Vatertag

Am 16.12.2019 war ein denkwürdiger Tag.

Die Illusion dessen, von dem ich dachte, dass es meine Familie wäre zerbrach.

Nach jahrelangem Rosenkrieg mit meiner Ex-Frau, lebten die Zwillinge aus meiner ersten Ehe endlich bei mir, waren glücklich und gingen Ihren Weg.

Meine 2. Frau hatte eine Tochter mit in die Ehe gebracht, für die ich 14 Jahre lang der “Vater” war, weil Ihr wirklicher Vater nichts von Ihr wissen wollte.
Ich hatte sogar die Vaterschaft offiziell anerkannt.

Mit meiner zweiten Frau hatte ich noch ein gemeinsames Kind.

Also waren es vier. Und, ich war stolz auf jedes Einzelne.

Wir waren also eine große glückliche Familie. Klar gab es gelegentlich Streit und Meinungsverschiedenheiten. Die großen waren immerhin kurz vor der Volljährigkeit und es gab immer mal den ein, oder anderen Reibungspunkt, aber letztlich nichts gravierendes. Alles schien gut zu sein.

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mich in dem Alter mit meinen Eltern gezofft habe.

Am 15.12. wurde dann alles anders.

Meine Adoptivtochter war übers Wochenende bei Ihrem Freund und es war vereinbart, dass Sie, wenn Schule ist, spätestens Sonntag Abend nach Hause kommt.

Sie schickte Sonntag Abends eine WhatsApp Nachricht, ob Sie nicht bis Montag bei Ihrem Freund bleiben und dann direkt von dort zur Schule fahren dürfe.

Wir verneinten das.

Als sie spät Abends noch immer nicht da war, fragte ich, wo Sie denn wäre, aber diese Nachricht blieb unbeantwortet.

Zunächst.

Um halb 10 am nächsten Morgen antwortete Sie knapp, dass Sie in der Schule wäre.

Auf die Frage, warum Sie nicht, wie vereinbart, am Abend vorher nach Hause gekommen sei, antwortete Sie, sie wäre zu Hause gewesen, wir hätten aber schon geschlafen, meine andere Tochter hätte Sie aber gesehen.

Nur leider, wusste meine andere Tochter nichts davon.

Nachmittags kam Sie dann von der Schule, mit Ihrer Oma und eröffnete mir, dass Sie zu Ihrer Oma ziehen werde, da Sie sich bei uns nicht wohlfühle.
Als ich ihr sagte, dass ich wüsste, dass Sie uns belogen hat und Sie zu Hause bleiben solle, bis Ihre Mutter von der Arbeit da ist, schrie Sie mir mehrfach ins Gesicht, ich sei nicht Ihr Vater und habe Ihr gar nichts zu sagen.

Ich sagte dann Ihrer Oma, dass Sie sie nicht mitnehmen solle und, dass Sie für mich gestorben sei, wenn Sie es trotzdem tue.

Tja, Sie tat es.

In der Folge, war ich dann plötzlich der Buh Mann.
Ich wurde, was das Mädchen betraf nur noch belogen.
Meine Frau traf sich heimlich mit ihr und belog mich darüber. 3 Monate blieb das Kind bei Ihrer Großmutter und kam erst zurück, als meine Frau Sie holte.

Ich fragte meine Frau, warum Sie mir nicht gesagt hätte, dass Sie sich mit unserer Tochter treffe, was Sie mit “Wozu?” beantwortete.

Nun, dass von dem ich dachte, dass es meine Familie wäre, gibt es in der Form nicht mehr.

Vielleicht hat es das nie gegeben.

Da sind ich und meine Kinder auf der einen Seite.
Meine Frau und ihre Tochter auf der anderen, die es beide sehr gut verstehen, sich als Opfer darzustellen und immer mehr Geheimnnisse haben, aber auf der anderen Seite erwarten, dass man, wenn es Probleme gibt, für Sie da ist.
Also, wenn es passt, soll man den Vater geben und sich ansonsten raushalten.
Auf der einen Seite erzählen sie selbst nichts, wollen, auf der anderen Seite alles wissen.

Meine Frau sagte, als ich wollte, dass die Ereignisse vom 16.12.2019 angesprochen und geklärt werden müssen, dass Ihre Tochter sich für Ihr Verhalten verantworten müsse, dass man das in Ihrer Familie nicht so mache.
Offenbar, schweigt man dort solche Sachen tot.
Respektloses Verhalten und Lügen scheinen dort also völlig normal zu sein und haben keinerlei Konsequenzen.

Nun, in “meiner Familie” ist das nicht so.
Hier hatte und hat Verhalten Konsequenzen.

Meine “Ex-Tochter” hat gesagt, ich sei nicht Ihr Vater und ich habe Ihr nichts zu sagen.
Nun, dann soll es so sein. Ich habe Ihr nichts zu sagen und Sie nichts von mir zu erwarten.

Meine Schwiegermutter hat das Kind mitgenommen, obwohl ich Ihr gesagt hatte, dass, wenn Sie es täte, wir geschiedene Leute seien.
Nun, dann ist es halt so, Sie hat sich entschieden.

Meine Frau hat die Familie getrennt, es gibt also nicht mehr unsere Familie, sondern Ihre und meine.

Das tut weh.

Aber andererseits, macht es das Leben auch etwas leichter, weil ich mich mit bestimmten Sachen, oder bestimmtem Verhalten nicht mehr auseinandersetzen muss.

Ich kann mich von Menschen und Situationen distanzieren, ohne eine schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Da Unehrlichkeit jetzt ein fester Bestandteil unserer Familienlebens ist, kann ich alles etwas entspannter und auch ein Stück weit rücksichtsloser angehen.

Bestimmte Dinge, gehen mich eben nichts mehr an.

Und das ist gut so.

Erstaunlich ist halt, dass die Familie meiner Frau incl. meiner Frau überhaupt nicht verstehen kann, was ich eigentlich habe.
Aber das liegt sicher daran, dass das für Sie ja alles völlig normal ist.

Kann es auch sein, geht mich nichts mehr an.

Es ist Vatertag. Ich werde ihn auf jeden All genießen.

Mit meiner Familie

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